Shivas Schiffchen

Im Vergleich zu gestern war die Bergung von Shivas Schiff ein Kinderspiel. Auch wenn ich seit dem darüber nachdenke, Vegetarier zu werden. Shiva kennt da ein paar tolle Rezepte und irgendwie bring ich das Reko auch noch bei. Oder ich reiß mich einfach zusammen, und esse morgen ein riesiges Bantasteak.
Aber ich fang mal vorne an:

Nachdem der Grinsende Lügner uns bei der Pearl abgesetzt hatte und wir uns sehr herzlich von Ke und Chak verabschiedet hatten, machten wir uns daran, Shiva wieder einzusammeln. Da unser kleiner Echsenfreund die Schmiede orten konnte und wir Funkkontakt hatten, hatte ich nur wenig Zeit, meine Haare wieder so zu sortieren, dass ich was sehen konnte, nachdem Chak sie zum Abschied einmal durch gewuschelt hatte.
Shiva begrüßte die Pearl mit gewohnt sarkastischen Kommentaren und bekam von mir die dem entsprechenden Antworten. Nachdem sie wieder an Bord war, gab sie mir sie ungefähren Koordinaten zu ihrem Schiffchen und ich tat mein Bestes, um uns auch dorthin zu bringen.
Dummerweise hatte Dantoan stellen weise ein ziemlich heftiges Wetter und deswegen hatte ich meine liebe Müh, die Pearl runter zu bringen. Aber im Endeffekte kamen wir ganz nah an Shivas Schiff und wussten zumindest, dass es noch da war. Danach ging es wieder in den Orbit und wir warteten ein paar Stunden, bis der Sturm sich verzogen hatte.
Da ich nach den vergangen Tagen keine Nerven mehr für vorsichtiges Vorgehen hatte, schoss ich einfach fünfzig Meter vor dem Schiff eine breite Schneise in die extrem dichte Vegetation, damit die Pearl landen konnte. Dann bewaffneten wir uns bis an die Zähne und machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Schiff, während R2 die Pearl oberhalb in Position brachte. Der Plan war schweißtreibend und simpel: Shiva Schiff musste zuerst von umgestürzten Bäumen freigelegt und dann an die Pearl geschnallt werden, damit wir dann auf der frischen Schneise landen und das Schiff richtig festmachen konnten.
Mag sein, dass diese Bewaffnung für einen unbewohnten Planeten der Klasse M-2 ein bisschen übertrieben war, aber im Endeffekt rettete uns das unser Leben.
Während wir uns vorsichtig dem Schiff näherten entdeckte die Echse große Krallenspuren, die einem ziemlichen großen und ziemlich aggressiven Jäger gehörten, in dessen Revier wir wohl gerade spazierten. Da die Echse über die Macht Gefahr orten konnte und der Jäger sein Mittagessen, sprich: uns, noch nicht bemerkt hatte, konnten wir in aller Eile anfangen, das Schiff freizulegen. R2 leistete hervorragende Arbeit und so ging alles viel schneller als gedacht, aber leider noch nicht schnell genug, denn nach einiger Zeit bemerkte die Echse, dass wir uns lieber schnell vom Acker machen sollten, da der Jäger zurück kam.
Da wir keine Zeit mehr hatten, blieb uns nichts anderes übrig, als uns alle an das Seil der Pearl zu hängen und uns von R2 hochziehen zu lassen. An dieser Stelle eine Notiz an mich selber: Nie mehr ohne Handschuhe arbeiten. Nasse Hände und Stahlseile vertragen sich nicht, aber Reko war schnell genug und hindert mich am Absturz.
Shiva, die ja eher eine Konserve war, baumelte ganz unten und konnte mit als erste sehen, wie sich ein riesiger Rancor seinen Weg zu uns bahnte. Da Reko mich gut festhielt und ich an jeder Seite eine Waffe griffbereit hatte, nutzte ich die Gelegenheit und begann sofort auf ihn zu feuern. Einen kurzen Augenblick später war auch Shiva soweit und verteidigte ihr kleines Schiff heroisch, während der Rancor allen ernstes versuchte uns durch einen Sprung zu erreichen. Da wir so nicht an der Pearl baumeln bleiben konnte und auch keiner von uns wusste, ob ein Rancor nicht theoretisch doch springen könnte, flog R2 uns zu der Schneise und wir machten alle, dass wir in die Pearl kamen.
Trotz diverser Treffer, von denen einige ziemlich übel sein mussten, holte der Rancor uns fast ein und klammerte sich an den hinteren Teil der Pearl, um uns zu fressen. Vielleicht dachte er, dass wir ihn nicht bemerken würden, aber ich kenn mein Schiff und weiß, wann es falsch reagiert. Also machte ich mich direkt auf den Weg ins Cockpit und zog die Nase der Pearl hoch, so das wir schnellstmöglich aus der Atmosphäre kamen. Irgendwann musste der Rancor doch genug haben und loslassen, aber meine Sensoren sagten mir nichts von tonnenweise Fleisch, dass auf den Planeten fiel. Und als ich aus dem Fenster im Mittelgang schaute, wusste ich auch wieso: Der Rancor hing sauber gefroren an der Pearl und klammerte sich mit eisigen Krallen an das Mittelgestell! Ungläubig starrten wir das Tier an, bis ich mir meinen Raumanzug anzog und einen Außenspaziergang zu unserem neuen Haustier machte. Mit einem Hammer, viel Blödelei und coolen Posen machte ich den Rancor los, während die Aktion von drinnen gefilmt wurde.
Melena drohte mir dann auch sofort damit, den Film auf der Hochzeit zu zeigen und Rekos Blick auf das Vieh , kann ich beim besten Willen nicht deuten.
Nachdem wir soweit waren, machten wir uns wieder auf den Rückweg und beendeten unsere Arbeit an dem hübschen neuen Jäger von Shiva, der in netten Allianzfarben angemalt nur darauf wartete, von uns repariert zu werden. Shiva und die Echse hoben den Jäger dann mit Hilfe der Macht aus dem Sumpf und wir konnten ihn sicher an der Pearl befestigen.
Jetzt stehen wir vor zwei Problemen: Erstens müssen wir das Ding umfärben, da Allianzfarben in einem Prioritätssektor sicher nicht so toll sind und zweitens wissen wir immer noch nicht, was mit Ral ist. Das macht uns ziemlich Sorgen und wir wollen auf dem Rad schauen, ob wir eine Nachricht von ihr haben. Aber vorher: Umfärben, egal wie, egal wo!

~ von juvi am November 6, 2009.

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