Frederiks Werft

Frederiks Werft war enttäuschend unspektakulär. Die Werft bestand aus einigen Gebäuden auf der Unterseite eines Asteroiden, die mit Luftschleusen verbunden waren und von einem starken Generator. Nach dem Landen wurde wir erst von einer Andockschleuse und dann von sehr zwielichtigen Typen in Empfang genommen und meine Enttäuschung verflog. Spätestens als unser Empfangskomitee sehr misstrauisch auf Shiva und ihre Kopfgeldjägerlizens reagierte, wusste ich, wir waren richtig. Vielleicht lag es auch daran, dass sie in voller Rüstung aus der Pearl spazierte oder daran, dass ich seit langer, langer Zeit mal wieder meine Augenklappe trug und wir so ein doch recht abgerissenes Bild lieferten. Aber ich konnte ja nicht wissen, ob ich nicht ein bekanntes Gesicht sah und je nachdem, war es
Reko bat um eine Audienz beim Chef und verlieh seiner Bitte mit ein paar Creds Ausdruck, woraufhin wir zu unserem Treffen geführt wurden. Shiva ignorierte gekonnt, dass sämtliche Blaster in ihre Richtung zeigten und schepperte direkt hinter mir her. Melena und Reko bildeten wir immer die Nachhut, wobei unser blauer Echsenfreund Noruk vor Melena her ging.
So ging es also durch diverse Gänge und Tore und selbstverständlich fiel Shiva in ihrer Rüstung auf wie ein bunter Hund. Auf einer Plaza kam es dann zu der Art Zwischenfall, die wir eigentlich vermeiden wollten, aber wann schafft es diese Gruppe schon mal, unbehelligt von A nach B zu kommen? Während wir quer über die Plaza schritten, erkannte ich an einer Bar eine ältere Frau, die ich vor langer Zeit in einigen Raumhäfen bei Flugwetten getroffen hatte. Sie hat Wetten auf Routen und Geschwindigkeit abgeschlossen und ich hab ihr mit meiner Pearl mal eine Riesenquote und eine Menge Kohle gebracht. Leider hatte ich keine Zeit ihr Hallo zu sagen, denn unser Führer lief unbeirrt weiter, bis wir den Platz beinah überquert hatten. Dort allerdings standen vier Idioten um einen Tisch herum und beäugten Shiva noch misstrauischer und vor allem feindseliger als die anderen, die ihre Hände immer entspannten, nachdem Shiva vorbei war. Diese hier waren anders und kaum hatte ich Shiva darauf aufmerksam gemacht und war an denen vorbei, schoben sie sich auch schon von ihrem Tisch weg auf uns zu und umringten Shiva. Ein grünhäutiger Alien stand direkt vor mir und zischte Shiva unschöne Dinge zu, also setzte ich ihm meine Blastermündung an die Schläfe und flüsterte ihm ins Ohr, dass er lieber laufen solle. Prompt war der Mistkerl weg und ich hatte freie Sicht auf das unschöne Schauspiel vor mir.
Direkt neben Shiva stand ein über zwei Meter großer Frankensteintyp, dem sie einen Hieb versetzte, aber der war gänzlich unbeeindruckt davon und nahm ihren behelmte Kopf einfach zwischen seine Pranken, was Shiva aber im letzten Moment noch abwehren konnte. Beinah zeitgleich schoss der Rodianer der Gruppe auf sie, aber auch dort wich sie gekonnt aus. Melena zückte ihren Blaster und schoss auf Frankenstein, aber der schien das nicht mal zu merken, während ich den Rodianer mit einem Schuss zur Strecke brachte. Bevor Frankenstein sich wieder mit Shivas Kopf beschäftigen konnte und ich noch miesere Laune bekam, schoss ich ihm sein Bauchfell weg und er ging zu Boden. Einen kurzen Moment fragte ich mich ernsthaft, wer hier der Kopfgeldjäger war, aber dann lenkte mich auch schon ein Blasterschuss ab, der mir meine perfekte Frisur ruinierte. Der grüne Typ, der erst geflüchtet war, schoss allen ernstes auf mich. Boah war ich sauer!
Melena und Noruk schossen beide auf ihn, aber obwohl sie ihn trafen, ergriff er die Flucht.
Aber nicht mit mir, mein Freund!
Also rannte ich ihm hinterher und blieb ihm auch dicht auf den Fersen, bis ich ihn einen kurzen Augenblick lang nicht sehen konnte und er wieder in mein Blickfeld kam, allerdings lag er von einer Eisenstangen zu Fall gebracht am Boden. Ich verpasste ihn noch einen üblen Tritt und fragte ihn, welcher Banta ihm ins Hirn geschissen hätte, weil er sich mit der besten Kopfgeldjägerin im Sektor anlegen wollte. Er winselte nur und brabbelte irgendwas sinnfreies, also ließ ich ihn laufen, damit er weitererzählen konnte, dass Shiva keinen Streit suchte.
Reko packte seine Eisenstange weg und machte sich mit mir auf den Weg zu den anderen, die in der Zwischenzeit Getränke bestellt hatten. Auch wenn das an und für sich schon strange genug war, erzählte mir Shiva im Nachhinein, dass wir die ganze Zeit von einem Kopfgeldjäger in grauer Rüstung beobachtet wurden, der niemand anderes als Boba Fett war. Auf Nachfragen erfuhr ich, dass er der Beste der Besten sei und bekam doch ein leicht mulmiges Gefühl, wobei ich kaum Zeit hatte darüber nachzudenken, denn unser Führer sammelte uns wieder ein und brachte uns in eine Halle, in der zwei Frauen am Arbeiten waren, wobei eine der beiden selbst Reko mit ihrer riesenhaften Statur in den Schatten stellte.
Die kleinere der beiden Frauen stellte sich als Rike und ihre Begleiterin als Freja vor, wobei Freja scheinbar ihr Bodyguard war, denn sie beäugte jedes Muskelzucken von uns misstrauisch und schien immer auf einen Angriff gefasst zu sein. Nachdem Shiva allerdings mit ihrem Anliegen und vor allem ihrer Zahlungsbereitschaft raus gerückt war, führte sie uns in eine andere Halle, in der ich fast vor Glück gestorben wäre! Ich habe noch nie so viele Schiffsteile gesehen, geschweige denn so eine Auswahl an seltenen Stücken, die man sonst nirgendwo mehr bekommt, wobei der V-3 Langstreckenbomber am interessantesten war, da Shiva ihn haben wollte. Ich schlug einen guten Preis raus und Shiva konnte sich auf dem Rückweg zur Pearl sogar noch einen neuen Sitz raus suchen.
Auf dem Rückweg zur Pearl, mit der wir den Bomber einsammeln wollten, sah ich wieder Yalla an der Bar sitzen und entschuldigte mich kurz bei den anderen, um ihr Hallo zu sagen. Yalla war zumindest nach eigener Aussage einzigartig im Universum und wirkte ein bisschen, als wenn sie wölfische Vorfahren hätte, auch wenn sie bis auf kleine Haarbüschel an den Ohren beinah völlig menschlich wirkte. Ich begrüßte sie und bestellte ihr einen Brandy, doch sie erkannte mich nicht und wusste nicht einmal mehr etwas von der Station, auf der wir uns kennen gelernt hatten. Das machte mich doch alles sehr stutzig und rief Erinnerungen an meine Mutter wach, die ich aktuell nicht wirklich gebrauchen konnte. Ich verabschiedete mich dann wieder von ihr und ging zu meinen Freunden zurück, die mir meine Verwirrung wohl ziemlich ansahen. Noruk schaute sich Yalla mit Hilfe der Macht an und stellte fest, dass ihr Gehirn nicht so aussah, wie es eigentlich sein müsste, er vermutete eine Manipulation oder Erkrankung. Das machte es für mich noch viel schwerer und ich beeilte mich mit den anderen zurück zur Pearl zu kommen um nicht über Gehirne, meine Mutter und Yalla nachdenken zu müssen.
Als wir wieder zurück an Bord der Pearl waren, machte sich Shiva direkt auf die Suche nach eventuellen Eindringlingen, aber bis auf Reko, den sie ziemlich erschreckte, begegnete ihr niemand.
Also startete ich die Maschinen und hob gerade in Richtung der Halle ab, damit wir den V3 einladen konnten, als eine heftige Explosion das Zentrum der Werft erschütterte und ein paar Sekunden später ein Laserschauer aus dem All auf die Werft niederging, als sie von außen angegriffen wurde.
Wenigstens lenkte mich das von Yalla ab!

~ von juvi am November 20, 2009.

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