Verhandlungen mit Boba Fett
Melena schaute sich an den Sensoren an, mit welchen Gegnern wir es zu tun hatten, während Shiva und Reko in die Geschütze rannten. Reko hatte es ja zum Glück nicht weit bis zu den Ionengeschützen, aber Shiva stieß sich das eine oder andere Mal doch ziemlich übel den Kopf an, als ich wilde Ausweichmanöver flog und versuchte nicht von den Z-95 und Y-Wings ins Ziel genommen zu werden.
Nachdem ich es tatsächlich geschafft hatte, die Pearl hinter einigen großen Steinbrocken zu verstecken, konnten wir uns eine Taktik überlegen.
Die Werft einfach so zurück zulassen kam nicht in Frage, also flog ich einen großen Bogen um das Gefecht und griff von hinten an. Natürlich bemerkten das die Angreifer, und bald standen wir wieder unter Beschuss, nur das der dieses mal gezielt war. Ich wich also weiter den Asteroiden und Lasern aus, als Melena auf einmal meldete, dass sich noch ein Schiff von der Werft gelöst hatte gegen die unbekannten Angreifer kämpfte. Sie brauchte einen Moment, bis sie durch das Asteroidenfeld Funkkontakt zu dem Schiff herstellen konnte, allerdings war die Antwort absolut unlustig.
Der kleine Jäger gehörte niemand anderem als Boba Fett und dieser hatte Ral in seiner Gewalt. Er wollte sie zur Breshkal Feste bringen, um sie dort Monda Tebo zu übergeben, den wir ja noch sehr gut von Tatooine kannten. Zum Fluchen blieb uns keine Zeit, zum Nachdenken auch nicht, da wir schnell handeln mussten. Also heftete ich mich an die Fetts Fersen und folgte ihm durch die Asteroiden, damit wir eine geringe Chance hatten, ihn vielleicht doch aufzuhalten.
Natürlich hatte er kleine Minen aus seinem Schiff geschleust, die Melena aber mit den Sensoren früh genug erkannte, so das der Abstand zwar immer größer wurde, aber wir weder zerschellten noch explodierten.
Shiva köchelte unterdessen im Geschütztstand vor sich hin und hatte auf einmal eine Eingebung, die uns einen Vorteil verschaffen konnte. Sie ließ ihrer Wut freien lauf und griff nach der Macht, um einen kleinen Asteroiden gegen Fetts Schiff prallen zu lassen. Es sollte das Schiff nicht zerstören, damit Ral nichts passierte, also im besten Fall würde sie es schaffen, dass der Hyperraumantrieb ausfiel.
Wir sahen also, wie auf den Sensoren ein kleiner Asteroid einen Bogen flog und wirkungsvoll gegen den Jäger prallte. Die Scanns zeigten dann, dass Shiva unglaubliches Glück gehabt hatte und tatsächlich Fetts Hyperraumantrieb defekt war. Trotzdem schaffte er es, im allgemeinen Asteroidengetümmel zu verschwinden, was ihm aber auch nicht half, da Noruk Ral mit Hilfe der Macht erspüren konnte und ich so wusste, in welche Richtung ich die Pearl fliegen musste. Nach kurzer Zeit entdeckten wir ihn auf diese Art wieder und Melena sendete ihm eine sehr lakonische Nachricht, ob er nicht lieber neu verhandeln wolle.
Natürlich blieb ihm nichts anderes übrig, also forderte er, dass wir ihn und sein Schiff zur Minenkolonie Atraxa bringen sollten und dort im Austausch Ral bekamen. Wir ließen ihn also andocken und seine Maschinen runter fahren, während ich den Sprung nach Atraxa berechnete und erstaunt feststellte, dass wir nur eine Stunde Sprungzeit hatten.
Damit unser Anhang in der Zeit nicht auf dumme Gedanken kamen, luden wir ihn auf die Pearl ein. Er wollte im Gegenzug als Gast aufs Schiff gebeten werden, vermutlich war das eine dieser Kodexgeschichten, von denen Shiva erzählte. Melena zog sich ein entsprechend viel versprechenden Outfit an und lud ihn als Gast auf die Pearl, wobei sie ihn auch direkt darum bat, nur die üblichen zwei bis drei versteckten Waffen mitzubringen.
Er stimmte zu und machte sich bereit, die Pearl durch die Schleuse zu betreten.
Wir positionierten uns zwischenzeitlich mehr oder minder locker an eine Wand gelehnt um die Schleuse herum und empfingen unseren eigentlich nicht erwünschten Gast betont entspannt zu einer Tasse Kaffee.
Ob ich Shiva vorher hätte fragen sollen, ob ein kaltes Getränk mit Strohhalm besser für ihn ist?
