Georgie hat Familie

Während wir zwei Wochen auf Karrat warteten, bis alle Umbauten vollzogen waren und ich die Pearl II wieder für freie Speditionsdienste in Anspruch nehmen konnte, planten Reko und ich ein bisschen an unserer Hochzeit. Das war soweit sehr witzig und er hatte ein paar sehr schöne Ideen, aber als er meinte, er würde gern meine Familie dabei haben, war der Spaß für mich vorbei.
Also erklärte ich den Anderen sehr wortkarg, dass ich nach Ukio wollte, ohne den Grund zu nennen. Wie hätte ich ihnen auch erklären sollen, dass ich meine Familie auf einen Landwirtschaftsplaneten aussetzen musste, nur weil ich nicht in der Lage war, meine Schulden zu bezahlen oder ein vernünftiges Leben zu führen. Nur Ral konnte ich erzählen, was alles passiert war.
Also machten wir uns mit Melenas neuer Yacht, die nach den Umbauten perfekt in die Pearl II integriert werden konnte und Shivas Jäger im Frachtraum auf den Weg zur Kornkammer Ukio, einem idyllischen Planeten mit wenig Gewalt und extrem viel Landwirtschaft. Genau der richtige Ort, um meine kleine Schwester vor dem Syndikat in Deckung zu bringen und wie das Leben so spielt, war ich vor wenigen Jahren gezwungen, auch meine Zwillingsschwester nebst Dachschaden hier unter zu bringen.
Beim Anflug auf den Planeten bereute ich, was ich getan hatte und fluchte innerlich. Was den ohnehin riesigen Kloß in meinem Hals noch verstärkte, war die Golan Raumstation, die sich im Orbit befand und natürlich die X-Wings, die zur Planetenoberfläche flogen. Rebellen und Imperiale. Und das auf dem Planeten, auf dem ich meine Familie in Sicherheit gebracht hatte. Großes Kino.
Noch größer wurde das Kino, als der riesige Sternenzerstörer, der dicht bei der Golanstation parkte, sich drehte und die Rebellen verfolgte, als plötzlich die Tirpitz aus dem Hyperraum fiel und die Raumstation unter Feuer nahm. Shiva nahm an den Sensoren wahr, dass die Tirpitz ein paar Modifikationen mitbrachte, unter anderem Turbolaserbatterien, aus denen sie auch wild auf die Golanstation feuerte.
Während wir zur Landung in der Hauptstadt Sashasar ansetzten, sahen Melena und ich gespannt zu, wie die Raumstation einige wirklich üble Treffer kassierte, während Reko und Shiva die Torpedos versteckten, die ja mehr als illegal waren.
Der Raumhafen selber bestach durch seine Funktionalität und die AT-ST, die patrouillierten. Auch der Empfang, der uns bereitet wurde, hatte den üblichen imperialen Charme und bestand aus ganz vielen bewaffneten Imps, die die beiden netten (und unbewaffneten) Ukianer kurz nach deren eintreffen vom Platz verwiesen.
Nach den üblichen Passkontrollen, rückten die Imps endlich mit der Sprache raus und wollten unbedingt den Kopfgeldjäger sehen und auch direkt mitnehmen. Also stieg Shiva betont gelassen zu den Imps in deren Schweber und fuhr von dannen, nur um sie kurze Zeit später mit einer Aufgabe im Dienste des Imperiums zurückzubringen. Juhu…
Die Jobbeschreibung war simpel und kam von einem Captain Blake: Scheinbar hatte Ukio ein Probleme mit Sabotage, die von Rebellensympathisanten ausgeführt wurden und scheinbar von einer Hand voll Rebellenführern koordiniert wurden. Shivas Aufgabe sollte es nun sein, eben diese Rebellen ausfindig zu machen und im besten Fall lebend ans Imperium auszuliefern.
Als Ansporn erhielt Shiva noch ein Datenpad mit unglaublich schlechten Bilder, die nichts konkretes zeigten, aber wenigsten gab es Namen. Oder zumindest Bezeichnungen: T1. T2 und T5, je 10.000 Creds wert und ein Anerkennungsschreiben den imperialen Geheimdienstes würde es auch noch geben! Wow…
Nebenbei erfuhr Shiva noch, dass es auch T3 und T4 geben könnte, die Shiva dann auch direkt noch finden sollte. Natürlich müssten die Beweise für die Schuld der Gesuchten auch ans Imperium geliefert werden, hier soll ja alles bürokratisch und mit rechten Dingen zugehen.
Blake drückte Shiva dann auch seine Karte in die Hand, natürlich nur für den Fall, dass sie seine Unterstützung brauchen würde.
Nachdem das geklärt war, wollte ich eigentlich nur noch sehen, ob es meiner Familie gut ging, also machten wir uns mit Melenas Yacht auf dem Weg zur Amri-LPG, wo meine Geschwister lebten. Stilecht landeten wir auf der Dorfstraße und ich bat die anderen, mir zwanzig Minuten zu geben, bevor sie mich suchten. Dann machte ich mich auf dem Weg zu Haus Nummer 23, wo ich ein paar Jahre vorher schon Reggie bei Crystal abgeliefert hatte. Kaum hatte ich den Gartenzaun hinter mir, öffnete sich die Türe des Nachbarhauses und ein Gruppe kleiner Kinder kam auf mich “Mama, Mama!!” rufend zu gerannt. Das war der Schock meines Lebens. Ich blieb wie angewurzelt stehen und die Kinder fragten vorsichtig “Tante Reggie?”. Also waren es Crystals Kinder…
Ich erklärten den Kleinen und wirklich zuckersüßen Kindern, dass ich weder Reggie noch Crystal war und fragte sie, wo die beiden wären.
Bevor die Kinder antworten konnte, kam eine Ukianerin den Kindern hinterher und bat mich in ihr Haus, als ich sie fragte, wo meine Geschwister seien.
Sie führte mich in ein Wohnzimmer, auf dem Kinderspielsachen auf dem Boden lagen, stellte sich als Danori vor und erklärte mir, dass Reggie verschwunden sei und sie sich um Crystals Kinder kümmerte. Shiva tauchte währenddessen an der Rückseite des Hauses auf und beobachtete uns durchs Wohnzimmerfenster. Gut, wenn Freunde misstrauisch waren.
Um die anderen nicht unnötig warten zu lassen, lud ich Danori und die Kinder in die Yacht ein, damit wir vor den anderen klären konnten, was passiert war.
Auch wenn die Kinder riesige Angst vor Reko hatten und aufgrund Reggies Unfall auch sehr misstrauisch dem Schiff gegenüber waren, schaffte es Melena aber doch schnell, sie für sich zu gewinnen und verwöhnte sie ordentlich, bevor Danori sie ins Haus zurück brachte und alleine zurück kam.
Danori erzählte uns, was mit meinen Geschwistern passiert war und schaffte es damit, dass ich mir noch mehr Sorgen und Vorwürfe machte. Ich wusste nicht, dass das überhaupt möglich war.
Chrystal und ihr Mann Rhodan waren vor zwei Wochen von Imps verhaftete worden, da sie Rhodan der Spionage verdächtigten. Die Kinder wurde zurückgelassen und von Danori aufgenommen.
Außerdem erklärte und Danori, dass es ursprünglich mal drei Golanstationen gegeben hatte, da dieser Planet der Dreh- und Angelpunkt für die Versorgung der Sektorflotte war. Durch Angriffe der Rebellen wurden die Stationen und die imperiale Fregatte in arge Mitleidenschaft gezogen, weswegen ein Sternenzerstörer hier stationiert wurde und auch direkt Truppen abgesetzt hat. Die Sabotageangriffe der Rebellen betrafen sowohl die Schildgeneratoren des Planeten als auch die verschiedenen Stationen der Getreideverpackung und Verschiffung. Wir erfuhren auch als Detail am Rande, das die Ts, die Shiva suchen sollte, mit Hilfe eines Piratensenders, Heckenschützen und Sabotage zur Rebellion aufriefen. Keiner kann sich vorstellen, wie schrecklich und schuldig ich mich fühle!

~ von juvi am Januar 1, 2010.

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